Fotos: Marco Guastalla

Viel braucht es nicht in diesem Pariser Mikro-Appartement im sechsten Stock eines Gebäudes der Haussmann-Ära – ein String-Shelving-Schreibtisch, ein Bensen-Daybed, ein Vitra-Armchair reichen fast schon. Gedacht ist das Appartement für Kurzaufenthalte, Geschäftstermine oder einfach ein Week-end à la Seine. Aus dem Platzmangel hat Architekt Massimo De Conti hier eine Tugend gemacht. Seit 25 Jahren arbeitet der aus Mailand stammende Architekt für das Londoner Studio von Claudio Silvestrin, dessen Philosophie einer eleganten und niemals protzigen Handschrift weltweit gefragt ist.

Der französische Name jener Dienstmädchen-Dachkammern leitet sich von der umgangssprachlichen Bezeichnung „bonne à tout faire“ ab, was sich am ehesten mit dem „Mädchen für alles“ übersetzen ließe. Auf den elf Quadratmetern des Pariser Chambre de Bonne wird geschlafen oder am Laptop gearbeitet. Bei der individuellen Gestaltung kam es auf jeden Zentimeter an. Das gesamte Interieur wurde rund um die Kapsel mit der maßgefertigten Duschfläche entwickelt.

Neben dem Badbereich sind in dem modernisierten Chambre de Bonne auch eine kleine Speisekammer und eine Mini-Küche mit Mikrowelle, Kühlschrank und Herd entstanden, die nur bei Gebrauch herausgezogen wird. Der ursprünglich mit Holz geplante Paravent der Dusch-Kapsel hat außerdem eine Metall-Veredelung bekommen, die im gesamten Raum für spürbar mehr Helligkeit sorgt. Natürliches wie künstliches Licht wird über die dezent schimmernde Oberfläche moderat verstärkt. Die dominierenden Weiß- und Metalloberflächen werden durch drei Blautöne, die für die Wand gewählt wurden, akzentuiert. Der Boden ist in edlem Mitternachtsblau gehalten. Daybed, Armchair und Schreibtisch liefern mit ihren Brauntönen einen harmonischen, warmen Kontrast.

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