Nachhaltige Totholzhecke anlegen

Du willst eine Totholz- oder Benjeshecke bauen? So kannst du Gartenabfälle und Äste im Garten verwenden, um einen nachhaltigen Rückzugsort für Igel, Hasen und andere Kleintiere anzulegen. Wir geben die Schritt für Schritt Bauanleitung.

Inhaltsverzeichnis
Aus der Totholzhecke können Äste herausragen, die du bei Bedarf einkürzen kannst
Fotos & Inhalt: Stihl

In Kürze

  • Eine Benjes- oder Totholzhecke ist eine Hecke aus Ästen und Gartenabfällen, die als Unterkunft für Tiere oder Sichtschutz dienen kann
  • Du kannst die Totholzhecke selber bauen
  • Dafür brauchst du Pfeiler, Maßstab, Motorsäge, Wasserwaage und natürlich Totholz

Schritt 1: Platz für die Totholzhecke finden

Suche zunächst den richtigen Platz. Wichtig zu wissen: Der Abstand von Hecken zum Nachbargrundstück ist gesetzlich festgelegt und schwankt je nach Bundesland zwischen einem halben Meter und zwei Metern.

Eine Baugenehmigung brauchst du in der Regel nicht. Platz gefunden? Befreie die für die Totholzhecke vorgesehene Fläche von hartnäckigen Wurzelunkräutern, wie zum Beispiel Giersch und stark austreibenden Pflanzen.

Schritt 2: Gartenabfälle entsorgen

Entsorge vor allem die Wurzelunkräuter am besten in der Biomülltonne, da sie auf dem Kompost oft nicht vollständig verrotten und beim Ausbringen des Komposts eventuell wieder austreiben könnten.

Schritt 3: Platz für die Totholzhecke markieren

Anschließend markiere ein rechteckiges Areal in der gewünschten Größe mit den vier Pflöcken und zwei Pflanzschnüren. So kannst Du die Baumpfähle später in einer geraden Linie einschlagen.

Tipp: Empfehlenswert für eine Benjeshecke ist eine Höhe von zirka eineinhalb Metern und eine Breite zwischen 40 und 50 Zentimetern. So kann der Rahmen aus Baumpfählen genügend Äste und Zweige fassen und lässt sich bequem von oben befüllen. Ein guter Richtwert für den Abstand zwischen den Baumpfählen sind 50 bis 75 Zentimeter, damit das Füllmaterial beim Aufschichten nicht seitlich herausfällt.

Schritt 4: Totholzzaun selber bauen

Miss die benötigte Länge der acht für den Rahmen aus Baumpfählen vorgesehenen Stämme ab und berücksichtige dabei, dass die Stämme etwa 30–50 cm tief in den Boden geschlagen werden.

Schritt 5: Sicherheitsvorkehrungen

Bevor es mit der Sägearbeit losgeht, zieh Deine persönliche Schutzausrüstung an, bestehend aus Schnittschutzhose und -handschuhen sowie einer Schutzbrille. Falls Du mit einer Benzin-Motorsäge arbeitest, setz auch Gehörschutz auf.

Schritt 6: Äste vorbereiten

Fixiere die Stämme auf einem Sägebock und kürze sie mit einer leichten Akku-Motorsäge auf die vorgesehene Länge. Damit sich die Stämme leichter einschlagen lassen, spitze ein Ende der Pfähle mit der Motorsäge an.

Schritt 7: Größe der Benjeshecke planen

Wie groß die Hecke wird, hängt davon ab, wie viel Platz du im Garten hast und wie viele Gartenanfälle anfallen. Die Benjeshecke im kleinen Garten ist vielleicht 30 Zentimeter breit, wenn mehr Platz vorhanden ist, sind mindestens 50 Zentimeter angenehmer, um das Totholz bequem zwischen die Pfähle zu schichten.

Schritt 8: Grundgerüst anlegen

Fixiere die Stämme auf einem Sägebock und kürze sie mit einer leichten Akku-Motorsäge auf die vorgesehene Länge. Damit sich die Stämme leichter einschlagen lassen, spitze ein Ende der Pfähle mit der Motorsäge an.

Schritt 9: Totholz sortieren

Bevor Du beginnst, das Schnittgut in den Rahmen aus Baumpfählen zu schichten, ist es sinnvoll, die als Füllmaterial vorgesehenen Äste und Zweige nach Dicke und Länge zu sortieren, eventuell einzukürzen und Gabelungen zu begradigen. Denk auch hier daran, die persönliche Schutzausrüstung – in diesem Fall Arbeitshandschuhe und Schutzbrille – anzuziehen.

Schritt 10: Totholz im Garten anlegen

Leg zuerst mehrere dickere Äste übereinander auf dem Boden aus. Diese bieten Kleinsäugern wie Igeln mit ihren Lücken einen guten Wohnraum. Anschließend füllst Du die Totholzhecke mit verschieden dick und dünn gebündelten Ästen und Zweigen.

Schritt 11: Hecke auffüllen

Lauf einige Male vorsichtig auf dem Reisig hin und her, um die Gehölzschichten zu verdichten, und fülle dann die Totholzhecke weiter mit Schnittmaterial auf.

Aus der Totholzhecke können Äste herausragen, die du bei Bedarf einkürzen kannst

Schritt 12: Hecke trimmen

Ragen einige Äste seitlich zu weit heraus, schneide diese einfach mit dem Gehölzschneider oder einer Gartenschere.

Schritt 13: Totholzhecke begrünen

Falls Du eine blühende Benjeshecke schön findest, kannst Du sie nun mit mehrjährigen Kletterpflanzen wie Waldrebe und Hopfen bepflanzen oder einjährige Blumen aussäen. Damit die Aussaat der einjährigen Blumen gelingt, solltest Du den Boden mit einem Handgrubber entlang der Benjeshecke bis zu maximal 8 Zentimetern gut lockern. Danach verteilst Du in der gelockerten Erdschicht punktuell in Abständen drei bis vier Samen und deckst sie flach mit Erde zu.

Auf der Benjeshecke wachsen Kletterpflanzen

Schritt 14: Pflanzen vorbereiten

Wichtig ist, dass Du das Saatgut nach der Aussaat in den nächsten Wochen dauerhaft feucht hältst, denn zu trockene Samen keimen nicht. In kalten Gegenden lohnt es sich, die Klettergewächse drinnen in Töpfen vorzuziehen – oder Du wartest einfach ab, bis sich Pflanzen von selbst ansiedeln – zum Beispiel wenn Vögel in der Hecke nisten und Samen mitbringen, die die ganz von selbst die Benjeshecke begrünen.

FAQ

Wie breit muss eine Totholzhecke sein?

Soll die Benjeshecke schmal sein, kannst du sie mit 30 Zentimetern einplanen, wenn sie nicht zu hoch und instabil wird. Ideal ist eine Breite von einem bis eineinhalb Metern bei einer Höhe von einem bis 2,5 Metern. Bonus: So dient die Totholzhecke als Sichtschutz.

Kranke Äste, die andere anstecken könnten, oder Küchenabfälle. Sonst könnte deine Totholzhecke Ratten anziehen. Da sich in der Hecke Tiere ansiedeln sollen, sind gefährliche oder ungesunde Bestandteile wie behandeltes Holz, Metalle oder Schnüre ebenfalls tabu.

Du hast keine Kontrolle darüber, welche Tiere sich hier ansiedeln – eventuell ziehen unerwünschte Mitbewohner, wie Wühlmäuse oder Ratten ein. Zudem nimmt die Hecke mehr Platz ein und braucht mehr Pflege als anderer Sichtschutz und es kann einige Zeit dauern, bis sich Pflanzen angesiedelt haben und die gewünschte Wirkung sich entfaltet.

Du kannst die Benjeshecke als Zaun oder Sichtschutz nutzen. Sie hat ökologische Vorteile: Hier finden Kleintiere Unterschlupf.

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