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Grundriss verändern: Trockenwände, Technik und Durchbrüche
Manchmal ist das Haus gar nicht zu klein. Es fühlt sich nur zu klein an. Wirf erstmal einen Blick auf deinen Grundriss, bevor du mehr Wohnfläche planst. Nutzt du deinen Wohnraum effizient? Wenn du tote Ecken, unnötige Flure und Kammern auflöst, wachsen die übrigen Räume. Entfernst du die Wand zwischen Wohnzimmer und Küche, entsteht Platz für die Kücheninsel und das Haus wirkt sofort moderner. Auch alte Technik kann Platz rauben. Brauchst du den Kaminschacht noch, wenn du eh eine Wärmepumpe installieren möchtest? Natürlich kannst du auch Wände einziehen – zum Beispiel um ein drittes Kinderzimmer zu zaubern, wo zuvor ein großer Elternbereich mit Ankleide war. Ganz wichtig: Sobald du etwas abreißt, greifst du in die Statik des Hauses ein. Bevor du Decken öffnest und den Schlagbohrer ansetzt, solltest du einen Architekten fragen. Der weiß, welche Wand tragend ist und ob ein Träger eingebaut werden muss.
Keller ausbauen: Wohnkeller-Voraussetzungen
Den alten Keller kannst du in wertvollen Wohnraum verwandeln. Grundvoraussetzung: Der Keller muss hoch genug sein. In den meisten Bundesländern ist eine Mindesthöhe von 2,40 Metern für Aufenthaltsräume vorgeschrieben. Für ein angenehmes Wohnklima sollte die Luftfeuchtigkeit 60 Prozent nicht überschreiten. Falls es der Keller zulässt, zum Beispiel in Hanglage oder mit Oberlichtern, kannst du neue Fenster zum Querlüften einplanen. Einfacher umzusetzen ist oft eine dezentrale Lüftungsanlage. Gegebenenfalls musst du Räume an die Heizung anbinden. Hat deine vorhandene Heizung genug Kapazität? Dann musst du nur neue Heizkörper und Leitungen verlegen. Damit es warm bleibt, brauchst du Dämmung. Um außen zu dämmen, müsstest du den Keller ausgraben. Das ist unverhältnismäßig teuer – außer du müssten eh buddeln. Zum Beispiel weil die Bitumenschicht die 30 Jahre überschritten hat und nicht mehr vor Feuchtigkeit schützt. Alternative: Eine Boden- und Innendämmung. Achtung: Hier entsteht Schimmelgefahr. Wichtig ist ein Dämmstoff, der Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann, die professionelle Montage und ausreichend frische Luft. Natürlich brauchst du in Wohnräumen Tageslicht. In fest bewohnten Räumen lohnt sich ein bepflanzter Lichtgraben. Für das gelegentliche Gästezimmer oder den Bügelraum reichen auch Oberlichter oder Lichtschächte.
Dachausbau: Gauben, Loggia und Bauanträge
Wenn du dein Dach ausbaust, hast du mehr Möglichkeiten als im Keller. Du kannst Dachgauben aufsetzen, eine Loggia einschneiden und sogar eine Dachterrasse einplanen. Ganz frei bist du jedoch nicht: Wenn sich die Statik ändert oder du Gauben einbaust, müsstest du einen Bauantrag stellen. Dachfenster hingegen sind gewöhnlich genehmigungsfrei. Andere wichtige Voraussetzungen: Ist Wohnen unter dem First im Bebauungsplan überhaupt erlaubt? Gegebenenfalls musst du nachdämmen, damit die Wohnräume den Vorgaben des GEG entsprechen. Kann der Boden das Mehrgewicht durch Dämmung oder Bodenbelag tragen? Sind die Räume hoch genug? Wenn nicht, kannst du den Kniestock erhöhen – aber da sind wir fast schon bei der nächsten Maßnahme angekommen.

Dach aufstocken und nebenbei energetisch sanieren
Die Maßnahme ist perfekt, falls du in der Stadt wohnst oder die Bebauungsgrenzen deines Grundstücks bereits voll ausgenutzt hast: Du kannst deinem Haus ein Stockwerk hinzufügen. Die Grundfläche bleibt gleich. Eine Aufstockung funktioniert für Flach- und Satteldächer. Beim Satteldach wird das ganze Dach neu gemacht und du kannst zusätzlich entscheiden, ob du mehr Platz durch ein steileres Dach schaffen möchtest. Beim Flachdach ist die Maßnahme oft günstiger und schneller: Es muss kein Dachstuhl eingerissen werden und das alte Dach dient als Fundament für die neue Etage. Eine Aufstockung ist ein großer Eingriff in die Statik. Das heißt: Du müsstest einen Bauantrag stellen und prüfen, ob die neue Haushöhe im Bebauungsplan erlaubt ist. Mit Holz-Fertigbauteilen ist das neue Stockwerk leicht und kann schnell aufgebaut werden, aber du kannst es auch mauern lassen. Ein Vorteil: Das neue Stockwerk und das Dach sind energetisch auf dem neusten Stand und deine Energiekosten sinken. Wenn das restliche Haus weit hinterher hinkt, solltest du darüber nachdenken, hier ebenfalls in neue Dämmung oder Fenster zu investieren und den Unterschied auszugleichen.

Anbau trotz Denkmalschutz
Ein Anbau bringt viel Platz auf einem oder mehreren Stockwerken. Aber er verändert das Äußere deines Hauses drastisch. Das heißt: Wenn dein Haus unter Denkmalschutz steht, kommt es zu Problemen. Schau deshalb genau in die denkmalrechtliche Anordnung der zuständigen Denkmalbehörde: Welcher Hausteil steht unter Denkmalschutz? Wenn es nur die Fassade ist, könnte ein Anbau hinten am Haus durchgehen. Ein Spartipp: Wenn du giebelseitig anbaust, könntest du zwar das gesamte Haus mit Dach verlängern, aber mit Blick auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis lohnt es sich mehr, einen giebelseitigen Anbau unterhalb des Dachgeschosses mit einem Flachdach abzuschließen. Wie wäre es mit einer Dachterrasse auf dem Anbau?
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Mehr InformationenKalter oder warmer Wintergarten?
Der Wintergarten ist ein besonderer Anbau und aus mehreren Gründen für den Altbau attraktiv. Er kann thermisch getrennt vom Haus angebracht werden und bringt natürliches Licht in dunkle Zimmer. Bautechnisch ist fast alles möglich: über Eck, halbrund oder sogar mehrstöckig. Wichtig zu bedenken: Wirklich mehr Wohnraum bietet nur ein warmer Wintergarten, den du das ganze Jahr über nutzen kannst. Ein kalter Wintergarten bringt nur Mehrwert, wenn es weder zu heiß, noch zu kalt ist und der Wintergarten in der richtigen Himmelsrichtung liegt. Ein besonderer Stilvorteil für den schönen Altbau: Wenn du eine historische Fassade hast, kann diese erhalten bleiben und wird zum besonderen Feature.

